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 Die in Opposition zu den Taliban stehenden bewaffneten Gruppen sind auch untereinander zerstritten und haben sich in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls blutig befehdet. Bei Überlegungen, wer die afghanischen Ethnien und die verschiedenen politischen Gruppen versöhnen könnte, fiel daher in letzter Zeit mehrfach der Name des letzten afghanischen Königs, Mohammed Zahir Shah. Er soll auch heute noch Vertrauen bei allen Gruppierungen genießen.

Der heute 87jährige Zahir Shah hatte bereits im Jahre 1933 den Thron bestiegen. Zuvor war sein Vater, Nadir Shah, ermordet worden. Nadir Shah hatte noch im Jahr zuvor den Bürgerkrieg beenden können, der 1926 ausgebrochen war.

Könige als Modernisierer
Nadir Shahs Vorgänger, Amanullah, hatte sich im britisch-afghanischen Krieg 1919 auch mit Unterstützung Sowjetrusslands und der damals noch eigenständigen Sowjetrepublik Buchara militärisch behaupten können. 1921 schuf Amanullah das politisch selbstständige Königreich Afghanistan. Amanullahs Bemühungen um Modernisierung - so drängte er auch auf eine vorsichtige Emanzipation der Frauen - stießen allerdings auf inneren Widerstand. Nach dem Sturz Amanullahs im Jahre 1928 verheerte ein vierjähriger Bürgerkrieg das Land, der erst mit der Thronbesteigung Nadir Shahs im Jahre 1932 sein Ende fand.
Zahir Shah war bemüht, die vorsichtigen Reformbestrebungen seiner Vorgänger Amanullah und Nadir Shah fortzusetzen. Das schloss außenpolitisch den Dialog mit Großbritannien und der Sowjetunion, später auch den USA ein. Im Inneren sorgte der Pashtune Sahir Shah für einen Ausgleich der Volksgruppen, verhinderte vor allem eine pashtunische Alleinherrschaft.

Ein König als Schöpfer einer demokratischen Verfassung
Die 1964 ausgerufene, von König Zahir Shah geschriebene erste Verfassung des Landes garantierte den zahlreichen Ethnien ein größeres Mitspracherecht. So war die wichtigste Festlegung der Verfassung, dass der Königsfamilie entscheidender Einfluss auf die Geschicke des Landes untersagt wurde. 1965 geht erstmals ein Parlament aus freien Wahlen hervor.
Während eines Auslandsaufenthaltes von Zahir Schah wurde dieser 1973 von seinem Vetter, Sardar Mohammed Daoud, gestürzt. Daoud hob die demokratische Verfassung auf und schuf eine diktatorische Präsidialrepublik. Außenpolitisch setzte Daoud den Kurs des Königs fort, gleich gute Beziehungen zu allen Großmächten zu pflegen. Sein hartes Vorgehen gegen die prosowjetische Opposition (Demokratische Volkspartei unter Nur Mohammed Taraki) begünstigte den erneuten Umsturz im Jahre 1978, bei dem Daoud erschossen wurde. Ein Jahr später wurde auch Taraki ermordet; das begünstigte die sowjetische Invasion, die auch den Sturz des neuen Diktators Hafizullah Amin ermöglichte.

Eeine Rückkehr zur Monarchie?
Der heute 87-jährige Ex-Monarch hat zu erkennen gegeben, dass er sich vorstellen kann, für eine Übergangszeit noch einmal legislative Gewalt in Afghanistan zu übernehmen. Zugleich schließt er aus, damit eine Rückkehr zur Monarchie den Weg zu bahnen. Die Zeit eines Königreiches ist nach Ansicht des republikanisch gesinnten Zahir Schah längst abgelaufen.
Inzwischen hat die Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg dem Ex-Monarchen eine noch etwas unklare Rolle bei der Eröffnung der ersten Loya Yirga zugewiesen. Widerstand kam dabei vor allem aus dem Rabbani-Lager. Allerdings sich des Königs Vertrauter bei der Wahl des Chefs der Übergangsregierung nicht durchsetzen. Stand: 19.02.2002

Rückkehr des Monarchen Zahir Schah aus dem über 30-jährigen Exil in Rom am 18. April 2002 Quelle: mdr.de

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