Schon 30 Jahre reden die Waffen in Afghanistan. Weder in Deutschland noch in Afghanistan ist ein Zipfel anFrieden zu erkennen. Im Büro von „afghanic“ in Bonn in der Justus-von-Liebig-Str. 24 aber hat der Mediziner Dr. Yahya Wardak immer den Friedensmann Gandhi im Blick, weil er ein großes Foto von ihm an die Türe heftete.
Er liebt Gandhi und möchte ihm folgen, denn er weiß um den Paschtunen Badshah Khan (1890-1988), Peschawar, Grab in Jalalbad, der für längere Zeit ein Begleiter von Gandhi war. In seiner paschtunischen Friedensbewegung sammelte er bis zu 100.000 Landsleute für einen Weg
des gewaltlosen Widerstandes gegenüber England. Dr.Wardak hofft gegen allen Schein auf neue Friedensimpulse. Es kann und wird derzeit keinen Frieden in und mit Afghanistan geben, das meinen viele Deutsche und Afghanen. Die Herzen der Kämpfer und Betroffenen werden sogar härter. US-Präsident Obama will wenigstens dort einen Siegfür den Westen sehen, auch wenn ihm kaum kämpferische Muslime darin folgen wollen. Hoffnung scheint unberechtigt zu sein, eine Zukunft, die einen mit Zuversicht erfüllt, will nicht erscheinen. Dr. Wardak aber hat erst vor wenigen Wochen südwestlich von Kabul mit Lehrern und Schülern gesprochen, die unterrichten und lernen wollen, die Verbindungen zur Welt wünschen, die eine hohe Sehnsucht nach Friedenverspüren: Leider können sie die Möglichkeiten weltweiter Vernetzung nicht nutzen, weil fast keinefunktionsfähigen PCs in der Schule greifbar sind. Ob sich jemand findet, der 10 PCs für diese Schule finanzierenkann, dies wurde Dr. Wardak gefragt. Als Mediziner mit 2 Jahren Erfahrung im Tropeninstitut Hamburg weiß er um den Zustand öffentlicher Gesundheit in Afghanistan und will ab Januar 2010 Studenten der UNI Nangarhar in Jalalabad in Fragen der Volksgesundheit unterstützen und an Projekten dafür mitarbeiten.Aber gesund leben diese Studenten nicht. Ihr Studentenheim wurde vor 40 Jahren für 100 Studenten erbaut. 4 Personen waren je Raum vorgesehen, doch nun müssen 8 Studenten jeden Raum teilen. Die Sanitäranlagen sind kaum noch zu nutzen. Manche Decke stürzt fast schon ein. Fotos von Dr. Wardak zeigendiesen elenden Zustand. Da auch Dr. Aimal Safi, Chirurg aus Bonn, hier großen Handlungsbedarf sieht, möchte es seine Verbindungen für Verbesserungen der Universität Nangarhar einsetzen. So hoffen Dr. Wardak und Dr. Safi auf Bürger aus Bonn, die jenen Studenten in dieser Notlage helfen möchten. Die Situation der Universität dort ist noch zufrieden stellend ruhig, wie Dr. Wardak erkannte. Von derfriedensstiftenden Wirkung größerer Hilfen für die Provinz Nangarhar ist er überzeugt. Wer studiert, wergewinnbringend Landwirtschaft betreibt, wer gerade geheiratet hat, der möchte auf eine Zukunft mit Friedenzusteuern. Alle Bereiche der Forschung der UNI Nangarhar haben große Defizite, weil kaum Labore vorhanden sind, die das Klima, das Wasser, den Boden erfassen oder sonstige notwendige Daten liefern. Noch lernen die Studenten mitVorlesungsunterlagen, die keinen Vergleich mit hiesigen Unterlagen erlauben. In der medizinischen Fakultät ist eine Fachbibliothek aufzubauen.Auch hoffen die Professoren auf verbesserten Fachaustausch mit deutschen Einrichtungen und fragen an, ob nicht ein Sprachlabor für die deutsche Sprache auch nützlich sei. Man achtet die Deutschen dort noch wegen herausragender Fähigkeiten in der Medizin oder der Technik, was tragfähige Verbindungen zu Deutschland hin ermöglicht. Das Gymnasium in Provinz Wardak aber sucht Schüleraustausch. Ihnen fehlen Schulbücher und eine Schulbücherei,die diesen Namen verdient. Ob sich in Deutschland eine Einrichtung findet, die jetzt unterstützen möchte? Ob sich jetzt Schulen finden, denen gerade heute an Kontakten zu Schülern in Wardak gelegen ist? Der Mediziner Dr. Yahya Wardak könnte sehr viel zeigen, erzählen und vermitteln.
Kontaktdaten: T. 0228 - 409 76 30, H. 0174 - 741 73 06, Email: دا برېښلیک پته د چټیاتو څخه ساتل کېږي. ته د دې د کتلو لپاره د جاواسکرېپټ فعالولو ته اړتیا لرې
Manfred Schmidt, Schriftführer von afghanic e.V., Bonn, 10.11.2009 {jcomments off}
















