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 Hausärzte für die Ausbildung afghanischer Kollegen gesuchtFür das Projekt in Dewanbegi (o.) hat Dr. Wardak die Hilfe des Hausärzteverbandes (r. mit Verbandschef Weigeldt) gewonnen.

HILFSPROJEKT Praxisräume für mehrere Ärzte am Stadtrand von Kabul: Der Deutsche Hausärzteverband unterstützt den Aufbau eines „Medical Aid Points“. Noch vor Jahresende ist der afghanische Arzt Dr. Yahya Wardak ein gutes Stück näher an der Realisierung dieses. Jetzt werden Fachärztinnen und Fachärzte für Allgemeinmedizin gesucht, die mitmachen. 

Die klare Unterstützung durch den Deutschen Hausärzteverband hat Eindruck gemacht. Noch im November konnte Dr. Yahya Wardak beim Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), einer Arbeitsgemeinschaft der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Bundesagentur für Arbeit, einen Förderantrag übergeben, der auch prinzipiell akzeptiert wurde. Nun steht die Entscheidung an, aber das Interesse ist geweckt.

 Die GIZ hat ein Ausbildungskonzept angefordert. Die Idee, dass im geplanten „Medical Aid Point“ deutsche Ärzte und Medizinische Fachangestellte, aber auch afghanische Kollegen, die wie Wardak in Deutschland studiert haben, zeitweise arbeiten und ihre medizinische und organisatorische Erfahrung einbringen, hat überzeugt: „Wir wollen ein partnerschaftliches On-the-job-Training durch deutsche Allgemeinmediziner, die bereit sind, einen Teil ihres Urlaubs als Ausbilder in Dewanbegi zu verbringen“, erklärt Wardak.
Im Viertel Dewanbegi, etwa 10 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt Kabul entfernt, haben sich viele Flüchtlinge aus benachbarten Provinzen angesiedelt. Gesundheitseinrichtungen gibt es nicht in erreichbarer Nähe; die interdisziplinäre Praxis, der „Medical Aid Point“, könnte die medizinische Versorgung dort enorm verbessern — und Schule machen: „Vielleicht gelingt uns ein Referenzprojekt für weitere Gesundheitszentren in Afghanistan“, hofft Wardak.

Der Medical Aid Point könnte helfen, ein Hauptproblem der Gesundheitsversorgung in Afghanistan zu lösen: „Medizinstudierende bekommen kaum praktische Ausbildung. Sie können später in ihren kleinen Praxen keine sehr gute Medizin anbieten. Wir können die Arztleistung enorm verbessern, zum einen ortsnah im Stadtteil, aber auch indem wir viele Ärzte ausbilden, die später woanders praktizieren„, so Wardak. „Hausärzte aus Deutschland können in Kabul mithelfen, Kollegen in einer Kleinpraxis zu schulen. Ausstattung, Diagnosemethoden und Praxisabläufe sind wertvolles Wissen!“, wirbt Dr. Wardak für die Idee.

Einen Teil des Urlaubs in Afghanistan verbringen und helfen? Dafür zu Hause am Küchentisch der Hausarztfamilie Begeisterung zu wecken, dürfte nicht ganz leicht sein. „Unser Bild von Afghanistan ist geprägt von Medienberichten über Krieg und Anschläge“, so Wardak. „Aber es gibt auch ein ganz normales Leben dort von 28 Millionen Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, einkaufen, sich auf der Straße treffen“, erklärt der afghanische Arzt, der nach seinem Studium an der Universität Heidelberg zwischen Deutschland und Afghanistan pendelt und zudem die Bonner Organisation Afghanic leitet, die verschiedene Hilfsprojekte unterstützt.

„Wir werden schon im Sommer 2012 für interessierte Ärzte Seminare anbieten und dazu eine Woche nach Bonn, Frankfurt oder Hamburg einladen“, kündigt Wardak an, der auch die Bundeswehr berät und dementsprechend Erfahrung mitbringt. Der Fahrplan für die interdisziplinäre Praxis in Dewanbegi steht: Grundstückskauf und erster Spatenstich im Frühjahr, Bauphase im Sommer. Wenn alles gut läuft, könnten dann Ende 2012 die ersten Ärzte aus Deutschland mit ihren afghanischen Kollegen Patienten behandeln.

SERVICE: Sie können das Projekt mit Spenden an die Organisation Afghanic e.V. unterstützen:

Sparkasse Köln/Bonn, BLZ 37050198, Konto 1902083896, Stichwort: „Dewanbegi“.

Wer sich für eine Mitarbeit interessiert, schreibt eine E-Mail an Dr. Wardak:  دا برېښلیک پته د چټیاتو څخه ساتل کېږي. ته د دې د کتلو لپاره د جاواسکرېپټ فعالولو ته اړتیا لرې

Quelle: Der Hausarzt2011/20

 

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